Persönlicher Bericht über das eigene Renovationsprojekt

Warum haben Sie entschieden, ein Renovationsobjekt zu kaufen?

Wir wollten unser eigenes Heim gestalten. Für uns war klar, dass wir keinen fertigen Neubau wollten, sondern ein Haus mit eigenem Gestaltungspotential. Zudem war der Kaufpreis natürlich ausschlaggebend und für uns nur ein Altbau erschwinglich. Aber der Hauptfaktor war definitiv, dass wir Freude am Planen, Gestalten und Realisieren hatten.

Standen Sie unten Zeit und Kostendruck?

Wir hatten beides. Zudem hatten wir aus Kostengründen unsere Wohnung aufgegeben, was die Situation zusätzlich schwieriger machte. Aber der positive Aspekt war, dass wir ins alte Haus eingezogen sind, und so rasch merkten, wo das Licht am schönsten ist, wo es einen unangenehmen Luftzug hatte, wo der Lärm beachtlich ist und solche Details, die zur Planung sehr wichtig waren.

Mussten Sie für Ihre Umbau Architekten beauftragen und Baubewilligung einholen?

Wir haben eine Architektin zur Assistenz beigezogen. Die Baueingabe habe ich unter ihrer Mithilfe selbst gezeichnet. Bei wichtigen baurechtlichen Anliegen war sie meist dabei. Bei der Bauleitung und Ausführung waren wir aber alleine.

Wie wichtig sind die richtigen Handwerker?

Die richtigen Handwerker sind für ein solches Projekt ausschlaggebend. Diese Leute arbeiten für einen langen Zeitraum sehr nah mit einem. Ich würde jedem raten, da wirklich sehr vorsichtig und nach Bauchgefühl die richtigen Leute zu suchen. Schlussendlich hatten wir ein super Team zusammen, dass selbst sehr stolz und mit Freude am Haus gearbeitet hat. Ich glaube, niemand hat Anfangs gedacht, dass es so schön wird.

Was sagen Ihre Freunde und Bekannte zu Ihrem „neuen Haus“?

Ich glaube, die Sorgfalt in der Gestaltung zeigt sich. Die Leute fühlen sich rasch wohl und sind meist begeistert.

Würden Sie es nochmal wagen?

Nach einer Bauphase von mehreren Jahren hätte ich noch vor zwei Jahren mit "niemals" geantwortet. Nun lockt es uns aber doch durch das errungene Wissen und die handwerklichen Fähigkeiten die ein oder andere Idee. Am liebsten ein 60 Quadratmeter Atelier am Meer…

Welchen Rat würden Sie jemanden geben, der ein ähnliches Projekt plant?

Ein Projekt dieses Ausmaßes ist ein Fulltimejob. Falls man keine Generalunternehmung einbezieht, muss man damit rechnen, ein- bis zweimal pro Tag auf der Baustelle zu verbringen. Abends müssen dann jeden Tag die Rapporte und Budgets kontrolliert werden.Das Sozialleben und die Freizeit werden sehr stark limitiert. Das muss es einem Wert sein.

Die Wahl der richtigen Materialen trotz Mehrkosten lohnt sich sehr. Wir haben bewusst Mineralfarbe von Keim verwendet, die die Wände atmen lässte. Holzarbeiten wurden ausschließlich mit Farrow & Ball gestrichen. Der Parkett ist Echteiche. Die Fenster sind Dreifachverglast, die Strasse hört man nicht. Spart man anfangs bei solchen Dingen, hat später eventuell unerwartete Mehrkosten.

Grundsätzlich muss man mit Mut und Zuversicht in ein solches Projekt. Es braucht Flexibilität, Optimismus und dreimal so viel Nervenkraft und Geduld wie erwartet. Wir finden, es lohnt sich! 

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